Aber noch ist nicht aller Tage Abend

Das war also London. Die eine Nacht, die wir verlaengert hatten, hatte sich auf jeden Fall gelohnt. Nicht wegen des Preises, dubioser Weise war die zusaetzliche Nacht teurer als die zuvor, sondern wegen der Stadt an sich. Wir mussten, nein wollten noch einige Mitbringsel und co. kaufen und hatten bisher nur halbherzig bis gar nicht danach geschaut. Manchmal braucht man den Druck, alles auf den letzten Druecker zu machen. So auch wir. Die Oxford Street war Donnerstags nicht weniger uebrfuellt als die Tage zuvor, trotzdem wurden letztendlich alle fuendig und so viel sei gesagt, es waren keine Alibieinkaeufe. Abends ging es noch einmal in die Stadt. Die Sehenswuerdigkeiten hatten wir bisher nur tagsueber gesehen, zu wenig wie wir fanden. Also ging es zum Westminster Abbey, eigentlich eher zum Houses of Parliament und Big Ben aber wer will das schon so genau wissen. Die Bilder, die ihr alle nicht sehen koennt sind beeindruckend, um nicht zu sagen ergreifend. Es hat sich gelohnt. Allerdings machen mit dem Schliessen der Leaden anscheinend auch alle oeffentlichen Toiletten der Stadt zu. Schlecht, wenn man Bier getrunken hat. Es waere ja alles halb so schlimm gewesen, waeren nicht auch alle Parks mit Vorhaengeschloessern verriegelt und alle Baeume beleuchtet. Hinzu kommt noch die totale CCTV-Ueberwachung der ganzen Stadt. Nach einer halben Stunde war es uns egal. Wir hatten Glueck, zumindest bis jetzt haben wir noch keinen Mahnbescheid erhalten. Yes. Also weiter nach Dublin, der leider letzten Station unserer Reise. Mit dem Zug ging es nach Holyhead, von dort mit der Faehre direkt nach Dublin. Beim Einchecken musste Micha sein bisher so dringend und oft benoetigtes Messer unwiederbringlich abgeben. Arschkekse vom Sicherheitsdienst (fahrt nie mit Stena Lines!). Nun zu Dublin, gegen Abend kamen wir am Hostel an, dass wir erst mit HIlfe von netten Iren fanden. Wir hatten keinerlei Adresse oder sonstiges bei uns, das iPhone ist ja auch weg (man muss es wiederholen, damit man sieht, wie tief der Verlust sitzt). In einem unabhaengigen Hostel schauten die netten Herren, die Mitleid mit uns hatten im Internet nach der Adresse und erklaerten uns den Weg. Wir fanden es auf Anhieb. Danke an dieser Stelle an die Rezeptionisten. Lob und zwei Daumen. Beim Shisha Rauchen machten wir Bekanntschaft mit sechs Mexikanerinnen, die ihren letzten Abend in Dublin noch einmal richtig auskosten wollten. Bei Trinkspielen lernte man sich kennen, bis wir aus dem Hinterhof des Hostels verjagt wurden. Nun gut, wir wollten eh noch in die Stadt etwas trinken gehen. Gesagt getan, von sechs Maedels kamen nur vier mit. Macht ja nichts, wir waren auch nur zu viert. Bis in den fruehen Morgen feierten wir im Pub, den wir durch einen Notausgang betraten um den Eintritt zu sparen, immerhin dreizehn Euro, und spaeter im Hostel. Generell muss man sagen, dass Dublin ein sehr sehr teures Pflaster ist. Ein Pint Bier im Pub kostet sechs Euro zwanzig (!) und auch die Lebensmittel- und Alkoholpreise im Supermarkt sind deutlich teurer als in unseren Stationen zuvor. Trotzdem liessen wir uns davon den Spass und das Bier nicht verderben, immerhin waren wir bisher wirklich gut und guenstig unterwegs gewesen. So darf es ruhig weitergehen in Dublin. Der Morgen war etwas, sagen wir traege. Erst gegen zwoelf kamen wir aus den Betten und starteten unseren ersten Rundgang durch die Altstadt von Dublin. Das Schloss wollen wir hier nicht erwaehnen, es war in unseren Augen keines. Indgesamt war das, was wir bisher von Dublin gesehen haben, eher etwas, wie soll ich sagen, mikrig. Das kann aber auch daran liegen, dass wir von London doch ziemlich verwoehnt wurden, was Sehenswuerdigkeiten und sonstiges betrifft. Aber noch ist nicht aller Tage Abend und es gibt noch einiges zu sehen, hoffentlich. Ansonsten steht noch ein Ausflug ins Gruene an, denn noch gilt unser Interrailticket und das will ausgenutzt sein. Am heutigen Abend bevorzugten wir den relaxteren Weg und gingen nicht mehr auf die Gasse. Morgen stehen immerhin der Hafen und die Guinnessbrauerei an, da muss man fit sein. Ausserdem bleiben ja noch drei Naechte um die Sau rauszulassen =) Ihr werdet von uns hoeren…


Über diesen Eintrag