Firenze – Pisa – Genova

Nach etlichen Soloeinträgen nun endlich der erste Eintrag von zumindest einmal 50% der Interrailer:

Fünf-Sterne-Deluxe minus zwei. Völlig entspannt und ausgeschlafen blickten wir auf die Uhr: Zehn Uhr Irgendwas. Noch kurz eine Bungalow an der Côte d’Azur gebucht und gegen zwölf ging unsere Tour los. Über die Ponte Vecchio mit ihren vielen Schmuckläden ging es zum Dom. Alle Leute, die ihr Bad mit Marmor ausgefliest haben würden beim Anblick des komplett gemarmorten Gotteshauses vor Neid erbleichen. Ätsch ihr Schnösel! Nachdem wir bisher so sparsam unterwegs waren, gönnten wir uns die acht Euro pro Nase (vier Euro pro Auge) für die Kuppelbesteigung. Unser Antigeiz zahlte sich aus. Nicht, dass nur die Kuppelbemalung aus der Nähe noch beeindruckender war, auch die Aussicht außerhalb der Kuppel auf Florenz war werfend. Wir blieben trotzdem standhaft. Nachmittags noch kurz bei Michelangelo vorbeigeschneit und abends auf dem Piazza del Pitti fünf Flaschen Vino geleert. Am nächsten Morgen brachen wir relativ früh auf Richtung Genova mit einem Zwischenstopp in Pisa. Wenn es den schiefen Turm nicht gäbe: Pisa is voll Scheiße. Unzählige Angebote für Gürtel, Sonnenbrillen und Bling-Blings (=Uhren) abgelehnt und uns als Kapitalistenschweine beschimpfen lassen; so konnte die Reise weiter gehen. Angkommen in Genova ging es ohne große Umschweife in den Bus zur Juhe, die wir, über den Dächern der Stadt gelegen, nach vierzig Minuten Fahrt erreichten. Für unseren abendlichen Ausflug zum Hafen wählten wir Flip- Flops, die sich eher als Flop, denn als Flip herausstellten. Uns trennte immer mindestens eine Mauer vom Hafen. So gedemütigt und von Blasen geplagt wählten wir den Weg durch die Altstadt zurück zu Bushaltestelle. Völlig erschöpft und mit dem Wissen am nächsten Morgen um sechs Uhr aufstehen zu müssen, ließen wir uns in unsere quietschenden Stockbetten fallen.


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